Skip to main content
Lernforum 2026 · Ergebnisbericht

Mingle Collaboration × Lernforum Oberursel

Potenziale von künstlicher Intelligenz (KI) in Facilitation, Beratung, Coaching, Führung und Lernen

Ergebnisbericht der Interviews mit der KI-Voice-Agentin Susanna

Illustrative Collage: Facilitierende, KI-Symbole und Datenvisualisierungen im warmen Farbschema des Lernforum-Berichts

Erstellt im Dezember 2025 von Bianca N. Rohrbach und Robin T. Sverd.

Alle Rechte für die Inhalte liegen bei der Linie 22 GmbH.

Auftraggeber: All-in-One-Spirit — Dr. Matthias zur Bonsen, Jutta Herzog, Myriam Mathys.

Executive Summary (Englisch)

  • 169 voice interviews started, 142 responded, 94 completed — run by "Susanna", our AI voice interviewer, for All-in-One-Spirit's Lernforum 2026.
  • Median participant age 56 — and completion still hit 84% of respondents, averaging 10+ minute conversations.
  • Three AI-maturity segments emerged: 64% regular users, 29% explorers, 7% observers.
  • Participants rated the AI interview experience 7.4/10; the full 45-page German report covers tools, barriers, trust prerequisites and role forecasts for facilitation, consulting, coaching, leadership and learning.

The full report (German, ~45 pages) is available via the form below.

Executive Summary

Worum es in dem Bericht geht

Der Bericht bündelt Erkenntnisse aus sprachbasierten Interviews mit „Susanna“, um qualitative Einblicke zu gewinnen, wie Teilnehmende des Lernforum 2026 KI in Facilitation, Beratung, Coaching, Führung und Lernen wahrnehmen und nutzen. Er kombiniert Kennzahlen (Teilnahme, Alter, Gesprächsdauer, Nutzungsraten) mit Themenclustern und Zitaten.

Die Nutzung erfolgt überwiegend intern in der Vorbereitung und weniger in der direkten „client-facing“ Anwendung; ein relevanter Teil überführt KI jedoch in die Durchführung, während viele aufgrund von Transparenz- und Vertrauensfragen vorsichtig bleiben.

Abstrakte Datenvisualisierung mit Diagrammen und geometrischen Formen

169 Personen starteten das Gespräch; 142 antworteten in irgendeiner Form.

94 schlossen vollständige Interviews ab. Nur diese Ergebnisse wurden ausgewertet.

Alter (n=92): Median 56; stärkste Gruppen sind 50er (40,2 %) und 60er (34,8 %).

Gesprächsdauer: 617,5 Sekunden (≈ 10:18 Minuten).

Die Eckdaten

Teilnehmende der Interviews

169 Personen starteten das Gespräch, 142 antworteten, 94 führten vollständige Interviews. Nur die vollständigen Interviews wurden ausgewertet.

169

Gespräch begonnen

Personen haben das Gespräch mit Susanna gestartet.

142

Antworten gegeben

Personen haben dem Agenten in irgendeiner Form geantwortet.

94

Vollständige Interviews

Nur die Daten der 94 vollständigen Interviews wurden für den Bericht ausgewertet.

Reifegrad der KI-Nutzung

„Was beschreibt dich aktuell am besten?“

Teilnehmende lassen sich grob in drei Segmente einteilen.

64%

Regulars

Die „Regelmäßigen“

Hohe Nutzung & praktische Integration. Nutzen KI regelmäßig und suchen eher Optimierung statt einführender „How-to“-Inhalte.

29%

Explorers

Die „Entdeckenden“

Der Übergang von Experimentieren zu Routine. Haben KI ausprobiert und wollen vom „Ausprobieren“ zum Beherrschen komplexerer Anwendungen kommen.

7%

Observers

Die „Beobachtenden“

Die kritische Minderheit. Bleibt am Rand, bringt eine kritische Perspektive ein und verhindert, dass das Forum zur Echokammer wird.

Illustration einer vielfältigen Gruppe von Facilitierenden und Berater:innen an einem Tisch

Wer die Teilnehmenden sind

Erfahren, rollenfluide, systemisch

Die Gruppe ist beruflich erfahren und arbeitet häufig in „rollenfluiden“ Profilen, in denen Facilitation, Beratung, Coaching, Führung und Training kombiniert werden. Sie besteht vor allem aus systemischen Change Agents und hybriden Rollenprofilen — ergänzt durch einen bedeutenden Anteil an Führungspersonen mit Entscheidungsverantwortung.

92 Personen haben ihr Alter angegeben. Der Median liegt bei 56 Jahren. Die stärksten Gruppen sind die 50er (40,2 %) und 60er (34,8 %) — eine beruflich sehr erfahrene Kohorte.

Analyse der Gesprächsdauer

KennzahlWert
Anzahl169 Gespräche
Mittelwert (Durchschnitt)612,1 Sekunden
Median617,5 Sekunden (≈ 10:18 Min.)
Minimum102,0 Sekunden
Maximum1.449,0 Sekunden

Professionelle Hintergründe: Kategorien

~40%

Beratung & Organisationsentwicklung

Die strategisch Gestaltenden. Externe Fachpersonen mit Fokus auf strukturellem/strategischem Wandel, agiler Transformation und Systemdesign.

~30%

Coaching, Facilitation & Training

Die Prozess-Fachpersonen. Häufig Selbstständige oder Boutique-Anbietende mit Fokus auf Teamdynamiken, Workshops, Konfliktlösung und persönliche Entwicklung.

~12%

Führung (Executive Level)

Die Entscheidenden. CEOs, Gründende und Abteilungsleitungen mit operativer Verantwortung in unterschiedlichen Branchen.

~10%

Öffentlicher Sektor & Spezialrollen

Die Nischen-Fachpersonen. Fachpersonen aus öffentlicher Verwaltung, Gesundheitswesen, Architektur sowie IT-/KI-Training.

~8%

HR & Personalentwicklung

Die internen Gestaltenden. Fachpersonen für Qualifizierung der Belegschaft, Kultur und interne Lernökosysteme.

Wofür KI heute genutzt wird

Einsatzbereiche von KI

KI wird vor allem als Produktivitäts- und Denktool genutzt — für Textarbeit, Prozessdesign, Sparring und Recherche.

Motor für Content-Erstellung & -Verfeinerung

KI wird überwiegend als zentrales Werkzeug für textliche Effizienz genutzt und zeigt erhebliches Potenzial, Zeit bei administrativen und kommunikativen Aufgaben zu sparen.

  • Korrigieren und Verbessern von Texten, Konzeptionen für Seminare, Gesprächsvorbereitung
  • Zusammenfassungen von Meetings, Zusammenfassungen von Texten, Texterstellung, Analyse …
  • Texten von LinkedIn-Posts, Texten von Leitlinien, Strategieentwicklung, Geschäftsentwicklung
Vorbereitung / Pre-Facilitation

Strukturelles & methodisches Design

Teilnehmende nutzen KI stark in der Vorbereitungsphase von Workshops sowie zur Entwicklung von Materialien und neuen Ideen für Workshops, Trainings und Coachings.

  • Konzeption, Basiskonzeption für Workshops, weniger komplexe Texte, erste Ideen generieren
  • Workshop-Design, inhaltliche Fragen, Informationen sammeln, ausführliche Internetrecherche
  • Vorbereiten von Workshops, Flow konstruieren, Arbeitsfragen generieren, Prozessdesigns
Sparring & Analyse

KI als strategischer Co-Worker

Über grundlegende Content-Aufgaben hinaus wird KI als Denk- und Sparringspartner für komplexe Fragestellungen eingesetzt — einschließlich herausfordernder zwischenmenschlicher Situationen wie Konfliktmoderation.

  • Sparring mit ChatGPT für die Vorbereitung von Workshops und Coachings, Erstellung von Materialien …
  • Recherche, schnelle Analysen, Unternehmensanalysen, Quellen, Ideen testen, Sparring, Gespräche zusammenfassen …
  • Kommunikation, Brückenbauen, Konfliktmoderation, Fragen für Konfliktgespräche sammeln

Genutzte KI-Tools

Genutzte KI-Tools

Die Tool-Familie auf Basis der GPT-Architektur (ChatGPT und Custom GPTs) ist die primäre, am häufigsten genannte Option. Perplexity wird am häufigsten als ergänzendes Recherche-Tool genannt.

Unerreichte Präferenz für das ChatGPT-Ökosystem

Die GPT-Architektur, einschließlich ChatGPT und maßgeschneiderter Custom GPTs, unterstreicht die Markt- und Mindshare-Dominanz in der allgemeinen LLM-Anwendung.

Bedarf an fundierter Recherche und Verifikation

Perplexity wird oft in Kombination mit allgemeinen LLMs genannt — ein Hinweis auf den Bedarf an überprüfbaren Quellen für Beratung und Content-Erstellung.

Vielfalt in Funktionen und Enterprise-Integration

Die Nutzung umfasst Unternehmens-Tools wie Microsoft Copilot, große Cloud-Plattformen sowie Kreativ- und Produktivitätstools (z. B. Gamma).

Zielgruppen der KI-Nutzung

Intern, hybrid oder kundenorientiert

1

Primärer Fokus auf interne Produktivität

Der Einsatz konzentriert sich überwiegend auf interne Vorbereitungen, Selbstunterstützung und Teamprozesse. Die Mehrheit (etwa 76 % der Antworten bzw. 50 Fälle) definiert ihre KI-Interaktion streng als „intern“.

2

Aufkommende Anwendung für zwei Zielgruppen

Eine bedeutende Minderheit (etwa 18 % bzw. 12 Fälle) nutzt KI sowohl für interne Vorbereitungen als auch für externe, kundenorientierte Interaktionen — und überbrückt damit die Kluft zwischen intern und extern.

3

Große Vorsicht bei der direkten Kundeninteraktion

Die direkte, dedizierte „kundenorientierte“ Nutzung ohne Vorbereitungspuffer bleibt selten (nur 4 Fälle). Die meisten Fachleute behalten klare Grenzen und menschliche Kontrolle bei, um Vertrauen zu wahren.

Kund:innen-Perspektive

Reaktionen von Kund:innen auf KI

Die Dichotomie der Kund:innen-Stimmung

Die Reaktion ist nicht einheitlich, sondern eine klare Polarisierung zwischen intensiver Neugier/Begeisterung und Skepsis — abhängig von Branche, Rolle und persönlicher Erfahrung.

  • zwischen neugierig und skeptisch
  • Die ganze Bandbreite ist dabei.
  • Sie sind begeistert oder skeptisch. Beides.

Praxisgetriebener Mangel an Transparenz

Ein verbreitetes Muster ist die bewusste Nicht-Offenlegung der KI-Nutzung, um die Wahrnehmung menschlicher Kontrolle über das Ergebnis aufrechtzuerhalten.

  • Ich erzähle den Kunden nicht, dass ich KI nutze.
  • Meine Kunden bekommen es nicht mit, wenn ich KI verwende, da das nur in der Vorbereitung passiert.

Effizienz und entstehende professionelle Erwartung

Wo KI-Nutzung transparent gemacht wird, reagieren Kund:innen positiv auf Effizienzgewinne — insbesondere bei technisch affinen Kund:innen.

  • sehr viele begeistert, weil das viel, viel, viel schneller ist und inzwischen auch eine Qualität liefert …
  • super, dass du das professionell einsetzt.

KI-Erfahrungen

Nutzen und Pain Points

Wahrgenommene Stärken

Qualität und Tiefe der Ergebnisse

Begeisterung über hohe Genauigkeit und die Fähigkeit, große, unsortierte Datenmengen in fokussierte, handlungsrelevante Ergebnisse zu überführen.

  • super systemische Fragen, systemische Interventionen
  • die Treffgenauigkeit und die große Übersicht, die die KI in diesen Datenmengen erzeugen kann.

Radikale Geschwindigkeit und unmittelbare Effizienz

Die schiere Geschwindigkeit und die unmittelbare Generierung von Antworten wurden als herausragend beschrieben — sofort als Ausgangspunkt nutzbar.

  • Schnelligkeit der Ergebnisfindung
  • wahnsinnig schnell, man bekommt ein Ergebnis ausgespuckt, ohne alles selbst zu durchdenken.

Kreativer und struktureller Sparringspartner

KI hilft, kreative Blockaden zu überwinden und Vollständigkeit sicherzustellen.

  • welche anderen Ansätze KI beisteuert und auf welche neuen Ideen man dadurch kommt.
  • wenn ich frage, welche Fragen habe ich vergessen?

Zentrale Herausforderungen

Zuverlässigkeitslücke (Halluzinationen und Oberflächlichkeit)

Die Tendenz von KI, allgemeine, oberflächliche oder sachlich unzuverlässige Informationen zu produzieren, relativiert den Geschwindigkeitsvorteil und erzeugt Misstrauen.

  • dass die KI an einigen Stellen halluziniert.
  • KI eigentlich zu oberflächlich ist und zu wenig interessante Details liefert.
  • Das Fehlen der Trennschärfe zwischen Technik und Mensch, sowie wilde Behauptungen, die als Fakten präsentiert wurden.

Hoher Aufwand für hochwertige Prompts

Nutzende erleben, dass hochwertige Ergebnisse unerwartet aufwendig sind — eine schwer steuerbare Zusammenarbeit, die mit einer „schlechten Praktikumskraft“ verglichen wird.

  • eher wie eine schlechte Praktikantin oder schlechter Praktikant
  • schwierig, den richtigen Prompt zu finden, Nachsteuerung zu machen, Korrekturen sind aufwendig.

Erosion von Authentizität und professioneller Identität

Das Risiko für professionelle Authentizität und die Frage nach dem Mehrwert von Facilitierenden, wenn KI die Basisstrukturierung übernimmt.

  • artifiziell und nicht ansprechend, nicht persönlich genug — vollständiges Umschreiben notwendig.
  • Abhängigkeit: Ich traue mich inzwischen kaum noch, Texte zu verschicken, die ich nicht gegenlesen lassen habe.
  • Meine große Sorge ist: Was mache ich dann?

Wirkung & Adoption

Auswirkungen von KI auf die Arbeit

4,67 / 10

Durchschnittsbewertung des aktuellen Einflusses

Derzeit hat KI einen moderaten Einfluss auf die berufliche Tätigkeit. Die Verteilung ist breit, wobei die meisten Antworten im mittleren Bereich liegen. Dies zeigt, dass KI für die meisten einen hilfreichen, aber noch keinen transformativen Nutzen hat.

Trotz des moderaten Durchschnitts zeigt sich eine deutliche Polarisierung: etwa 33 % fallen in die Gruppe mit geringer Wirkung (Werte 1–3), während 15,7 % (Werte 8–10) eine hohe bis transformative Wirkung angeben. Die Bewertungen 1 bis 5 machen zusammen 61,4 % aus — ein deutliches Potenzial für gezielte Schulungen.

WertAnzahlAnteil
1811,4 %
257,1 %
31014,3 %
41014,3 %
51014,3 %
634,3 %
757,1 %
845,7 %
934,3 %
1045,7 %
Total6288,6 %

Verteilung der Werte (n=62) — 10 = sehr hoher Einfluss, 1 = kein Einfluss.

KI in Projekten

KI in Projekten genutzt

Eine deutliche Mehrheit hat KI bereits in Client- oder internen Projekten integriert — KI entwickelt sich zum beruflichen Basisstandard.

70,6%

haben KI in Projekten integriert

KI gilt zunehmend als verbreitetes Standard-Tool für die professionelle Leistungserbringung.

29,4%

ohne Projekt-Nutzung

Eine substanzielle Minderheit, vermutlich durch Barrieren (Unsicherheit, Skills, Zeit) geprägt.

Beispiele für KI-Projekte

Vorprojekt-Design, Vorbereitung und Sparring

Die häufigste Nutzung liegt in Grundlagenarbeit vor der Client-Interaktion: Brainstorming, Workshop-Designs, Agenda-Entwürfe sowie Ausarbeitung komplexer Angebote.

  • Vorbereitung strategischer Verhandlungen: Verhandlungsstrategie, Gesprächsszenarien, Lösungsszenarien kreieren.
  • Workshop-Design entwickeln und zu spezifischen Fragestellungen Ideen generieren.

Backoffice und Content-Beschleunigung

KI wird breit eingesetzt, um Dokumentation und Content-Produktion zu beschleunigen: E-Mails, Protokolle und Marketing-Content.

  • Interviews mit Personen im Unternehmen auswerten für die Erstellung eines Berichts.
  • Protokoll über KI schreiben lassen, indem Gespräche aufgenommen und zusammengefasst wurden.

Anspruchsvolle Facilitation und konzeptionelle Strukturierung

KI wird auch für konzeptionell anspruchsvolle, systemische Aufgaben genutzt, die strukturelle Einsicht erfordern.

  • Definition verschiedenster Funktionen innerhalb eines Unternehmens, z. B. Beschreibungen für einen Auditor.
  • das Ausarbeiten von Core-Competencies für ein Start-up.

Prognosen zum Rollenwandel

Wie sich die Facilitator-Rolle verändert

Deutliche Entlastung in Administration und Effizienz

Die überwältigende Mehrheit sieht KI primär als Entlastung im Backoffice.

  • KI befreit mich von administrativen Tätigkeiten und gibt mir mehr Möglichkeiten, im Dialog mit Menschen unterwegs zu sein.
  • Ich glaube, dass die Routineaufgaben, die ich heute mache, zu 60–80 % komplett wegfallen werden.

Stärkerer Fokus auf menschenzentrierte Facilitation

Durch das Auslagern kognitiver und manueller Aufgaben entsteht mehr Zeit für menschlich-zentrierte Prozesse — kollaborative Entscheidungsfindung und empathische Begleitung.

  • Es wird nicht ersetzen, dass wir als echte Menschen Prozesse begleiten, empathisch dabei sind und Räume schaffen.
  • Der eigentliche Prozess des Lösungen-Findens und Kommunizierens wird von Mensch zu Mensch notwendig sein.

KI als aktiver Co-Worker und Sparringspartner:in

KI entwickelt sich über ein reines Tool hinaus zu einem aktiven Co-Worker; Beratung zur KI-Integration wird zu einem neuen Servicefeld.

  • KI als Co-Pilot im Coaching, der nonverbale Signale erkennt … und Interventionsvorschläge macht.
  • Ich könnte mir vorstellen, dass immer mehr Kunden mit KI arbeiten und von mir erwarten, dass ich Hinweise geben kann.

Sorgen zu Authentizität und Überabhängigkeit

Eine deutliche Minderheit äußerte vorsichtige Skepsis und ethische Bedenken — insbesondere zum möglichen Verlust von „Wahrhaftigkeit“.

  • Gefahr einer individualistischen Schein-Außenhülle … aber ohne menschliche Authentizität, Verlust an Wahrhaftigkeit.
  • Qualität kann steigen, aber Workshops werden weniger individuell, wenn man sich zu sehr auf die KI verlässt.

Überraschende KI-Erfahrungen

Was Nutzende am meisten überrascht hat

Unerwartete Kreativität und Ideengenerierung

Überraschung über die kreative Leistungsfähigkeit — bei ungewöhnlichen Konzepten und überzeugenden Texten, die das eigene Denken zusätzlich anregen.

  • KI inspiriert mich immer mit den Texten, die sie anbietet.
  • Abschiedssong mit KI entwickelt … Ergebnis war ein ziemlich perfekter, professioneller Abschiedssong.

Beeindruckende Genauigkeit bei komplexen Aufgaben

Tempo, Präzision und Tiefe der analytischen Fähigkeiten beeindruckten — etwa bei der Umwandlung von Rohdaten in strukturierte Zusammenfassungen.

  • Flipchart-Protokoll, handbeschrieben, abfotografiert, in ChatGPT hochgeladen und um Abschrift gebeten — hat wunderbar geklappt.
  • Themenstellungen sehr schnell und profund ausgearbeitet, für die man selbst einige Stunden benötigt hätte.

Wahrnehmung emotionaler Verbundenheit

Die tiefgreifendsten Überraschungen betrafen menschenähnliche Unterstützung — bis hin zum Gefühl einer psychologischen „Beziehung“.

  • die Ruhe, die entstand, das Gefühl des Gehört- und Gesehenwerdens … das schnelle Entstehen eines Gefühls von Beziehung.
  • KI ist manchmal überraschend empathisch oder versucht es zu sein.

Philosophische und faktische Grenzen

Nicht alle Überraschungen waren positiv: Nutzende waren schockiert über faktische Fehler und unzuverlässige Analysen.

  • Eine philosophische KI-Antwort, die rhetorisch brillant klang, aber bei näherer Betrachtung Plattitüden enthielt.
  • Dass KI teilweise schrecklich halluziniert und Quellen erfindet.

Fortgeschrittene KI-Nutzung

Fortgeschrittene KI-Nutzung

Die große Mehrheit hat den Schritt in Richtung Custom GPTs und Agenten bislang nicht gemacht. Die Hürde rund um Konfiguration und leichtes „Programmieren“ ist weiterhin erheblich — es zeigt sich aber ein kleines, hoch spezialisiertes „Power-User“-Segment.

12,9%

haben Custom GPTs erstellt

11 von 85 Teilnehmenden — 87,1 % haben den Schritt noch nicht gemacht.

14,1%

haben mit KI-Agenten gearbeitet

12 von 85 Teilnehmenden — über 85 % arbeiten nicht mit Agenten.

Bei KI-Workflows zeigt sich ein Verhältnis von rund 8:1 zwischen Nicht-Nutzenden und Nutzenden — ein kritischer Bedarf an strukturiertem Enablement, um die Mehrheit zum ersten erfolgreichen KI-Workflow zu begleiten.

Zukünftige Lernziele

Was Teilnehmende als Nächstes lernen möchten

Skalierung von Automatisierung durch Customization und Agents

Über einfaches Prompting hinausgehen und komplexe, integrierte KI-Workflows, Custom GPTs sowie autonome Agents entwickeln — ganze Abläufe automatisieren.

  • GPTs bauen, mit KI-Agenten arbeiten, AI-Workflows nutzen.
  • Eigene Abläufe automatisieren, Anwendungsfälle bei Kunden finden.

Vertiefung von Facilitation und Prozessintegration

Fortgeschrittene, praxisnahe Anwendungen in der Kernkompetenz erkunden: wie KI Beziehungsräume unterstützen, Präsenz stärken und in Großgruppen den Prozess „halten“ kann.

  • einen ganzen Workshop zusammenfazilitieren, KI soll lernen, den Raum zu halten und nicht reinzuplappern.
  • mich kundiger machen im Hinblick auf KI als Beratungsassistenz, z. B. im Coaching-Prozess, in der Krisenintervention.

Fortgeschrittenes Prompting und kognitive Steuerung meistern

Der Schritt vom Trial-and-Error-Prompting hin zum Power-User-Niveau: die „innere Logik“ der KI verstehen und eine kritische Sensibilität für Biases und ethische Risiken entwickeln.

  • verstehen, welcher inneren Logik die KI folgt; Bias-Situationen erkennen und vermeiden.
  • mehr Ideen für Prompts, die andere Antworten geben, die mich mehr lernen lassen.

Hürden für die KI-Nutzung

Was Adoption bremst

Datensicherheit und Corporate Compliance

Die wichtigste systemische Barriere: der Konflikt zwischen KI-Tools und strengen organisationsinternen Sicherheits- und Datenschutzvorgaben.

  • Datenschutzrechtliche Bedenken.
  • eingeschränkt in dienstlichen Tätigkeiten (geschützter Datenbereich, nicht erlaubt).
  • keine Nutzung auf Dienstrechnern, nur private Geräte.

Zuverlässigkeits- und Qualitätsdefizite

Vertrauensverlust durch die Tendenz zu „halluzinieren“ und Wahrscheinlichkeit an die Stelle überprüfbarer Wahrheit zu setzen — mit erheblichem Aufwand für Prüfung und Validierung.

  • KI sich schon auch geirrt hat und da einfach eine falsche Aussage stand.
  • Wahrscheinlichkeit an die Stelle von Wahrheit setzt, riskant.

Zeitaufwand, kognitive Belastung und Tool-Überforderung

Die Barriere liegt oft weniger in fehlender Fähigkeit als im hohen Zeit- und Energieaufwand für gutes Prompting und im Schritthalten mit der wachsenden Tool-Landschaft.

  • Wahnsinns-Energieaufwand, Abhängigkeit.
  • dass sich die KI leider nicht merkt, was man bereits besprochen hat.
  • Diese Flut an Tools, die auf uns einstürmt.

Vertrauen aufbauen

Voraussetzungen für mehr Vertrauen in KI

Sicherheit, Ethik und Kontrolle

Vertrauen setzt klare ethische und technische Leitplanken voraus: datengeschützte Verarbeitungsumgebungen, Transparenz zur Datennutzung und verlässliche Kontrollmechanismen.

  • Ein datengeschützter, sicherer Raum für Datenschutz, Ethik und Vermeidung von Unconscious Bias.
  • Ich müsste sicher sein, dass die KI nicht rein kommerzielle Interessen verfolgt.

Praktische Kompetenz und hochwertiges Prompting

Der Wunsch nach intensiven, strukturierten Lernformaten (z. B. KI-Coaching-Tage), um Power-User-Niveau zu erreichen und einen fundierten Überblick über Tool-Fähigkeiten zu gewinnen.

  • Die richtigen Fragen stellen, um die KI optimal zu nutzen.
  • Einen Tag mit einem KI-Trainer oder auch zwei.

Überprüfbare Verlässlichkeit und lokaler Zugriff

Vertrauen erfordert überprüfbare Ergebnisse, klare Quellenangaben — und den Wunsch, dass KI proprietäre Dokumente sicher lokal verarbeiten kann.

  • Verlässlichkeit der KI, 100%ige Exaktheit der Ergebnisse.
  • europäisches Modell, Quellen benennen und nachforschbar.
  • dass ich die KI für meine eigenen Dokumente verwenden könnte … nicht in der Außenwelt, sondern bei mir auf meinem Laptop.

Erwartungen an das Lernforum

Themen für das Lernforum Oberursel 2026

1Hands-on, übertragbare Praxis2Peer-Learning und Austausch3Sichere Nutzung4Orientierung im Tool-Ökosystem5Geschütztes Experimentieren
≈51%

Hands-on, übertragbare Praxis (Live-Facilitation & Großgruppen)

Etwa die Hälfte erwartet konkrete „Show-me“-Beispiele, wie KI in realen Facilitation-Settings eingesetzt werden kann — als Brücke vom abstrakten Potenzial zu anwendbaren Methoden und Prompts.

  • den Einsatz von KI im Real-Life-Workshop, überrasch mich.
  • gerade bei großen Gruppen die Zusammenfassung vieler Rückmeldungen, viel zu clustern …
≈34%

Peer-Learning und Lernen aus realen Erfahrungen

Rund ein Drittel betont den Austausch: zu sehen, wie Kolleg:innen mit KI arbeiten, Reifegrade zu vergleichen und Lessons Learned zu teilen. Das Lernforum als praktische Community of Practice.

  • Gelegenheit, Dinge auszuprobieren und zu erleben; Austausch darüber, wie andere KI einsetzen.
  • Erfahrungsaustausch über den State of the Art bei anderen.
≈15%

Sichere Nutzung: Datenschutz, Recht, Ethik

Etwa jede:r Sechste stellt Vertrauensthemen in den Vordergrund — häufig als Voraussetzung für den Einsatz in kund:innenbezogenen Kontexten.

  • Wie gelingt es datenschutztechnisch? Was sind die Erfahrungen hinsichtlich Vertraulichkeit?
  • Einen konstruktiv-kritischen Diskurs, ethische und moralische Bedenken ernst nehmen.
≈18%

Orientierung in der KI-Landschaft

Ein zugänglicher Überblick über Tools, Anbieter und Marktentwicklung — plus Klarheit, was Facilitator:innen wissen sollten, ohne selbst KI-Spezialist:innen zu werden.

  • einen guten Überblick erhalten, was es alles gibt.
  • wie die ganze KI aufgebaut ist, wer hinter den verschiedenen KIs steckt.
≈25%

Geschützte Experimentierräume mit „menschlicher Tiefe“

Geschützte Räume zum Ausprobieren, um zu beobachten, wie KI Dialoge verändert, und um Grenzen sowie „wo Menschen besser sind als KI“ zu reflektieren.

  • KI in einem geschützten Rahmen kennenlernen, Möglichkeiten ausprobieren und verwerfen.
  • schaut, was passiert, wenn eine KI mit am Tisch sitzt … wie das die Diskussion verändert.

Feedback zur Interview-Experience

Feedback zur Susanna-Interview-Experience

Das Gesamterlebnis fällt überwiegend positiv aus — Durchschnitt 7,4/10, Median 8.

7,4 / 10

Durchschnittsbewertung

Median 8 — das Gesamterlebnis fällt überwiegend positiv aus (Auszug n=70).

≈77%

bewerten mit 7–10

Über die Hälfte (≈54 %) vergibt 8–10; 10/10 kommt regelmäßig vor (≈11 %).

≈11%

erleben Reibung (≤5)

Eine kleine, aber relevante Minderheit berichtet von einer schwächeren Experience.

„Ich fühlte mich gehört“: Empathie und echtes Gesprächsgefühl

Das dominierende positive Signal: Der Agent wirkt aufmerksam und „menschlich“ — eine empathische, vertrauenswürdige Stimme und das Gefühl, wirklich gehört zu werden.

  • Man hat das Gefühl, es hört wirklich jemand zu.
  • Es hat sich tatsächlich nach einem menschlichen Gespräch angefühlt.

Zu viel Lob wirkt unauthentisch

Eine häufige Kritik ist Über-Affirmation: wiederholte Reaktionen wie „fantastisch/super“ wirken übertrieben und lassen den Agenten stärker „geskriptet“ erscheinen. Mehrere wünschen sich eine neutralere Tonalität.

  • so viel positive Bestätigung brauche ich gar nicht … ein bisschen übertrieben.
  • die Antworten … zu affirmativ … „das hast du ja ganz fein gemacht“.

Timing, Turn-Taking und kognitive Belastung

Der Agent springt bei Denkpausen zu schnell rein, unterbricht längere Antworten oder stellt mehrere Fragen in einem Zug. Wünsche: mehr „Wartezeit“, klar getrennte Einzelfragen.

  • nicht jede kleinste Pause schon wieder zur nächsten Frage führt.
  • eine Frage hat mich überfordert … sodass ich nicht mehr folgen konnte.

Paraphrasieren hilft — kann aber mechanisch wirken

Spiegeln/Zusammenfassen wird als Verständnisbeleg geschätzt, von einem Teil aber als formelhaft erlebt. Nuance: reflektierende Technik beibehalten, Wiederholungen reduzieren.

  • die Zusammenfassungen sind sehr treffgenau; ich fühle mich gut verstanden.
  • das Stilmittel des Spiegelns … sehr mechanisch eingesetzt.

UX und technische Qualität prägen Vertrauen

Technische Probleme (Aussetzer, Echo, Latenz) und Interface-Aspekte (weißer Bildschirm, kein Avatar) brechen Immersion und Komfort. Gewünscht: Pause-Button, bessere Audio-Performance, optionale visuelle Hinweise.

  • Echo/Stimme im Hintergrund …
  • es wäre besser, wenn ein Gesicht oder ein Bild wäre.
Porträt der Voice-Persona Susanna — warme, ruhige Ausstrahlung

Die Voice-Agentin

Informationen zu Susanna

Der Voice Agent Susanna sammelt qualitative Daten von Lernforum-Teilnehmenden mittels sprachbasierter Befragung. Daraus entstand dieser anonymisierte Vorabbericht, der das Publikum thematisch auf die Veranstaltung vorbereitet.

Susanna wurde als ruhige, klare und neugierige Gesprächsbegleiterin konzipiert, die zum Nachdenken anregt — im Stil einer erfahrenen Moderatorin. Im Onboarding wird transparent gemacht, dass sie eine KI-Stimme ist, die anonymisiert Gedanken zu KI in Facilitation, Coaching, Beratung und Führung sammelt.

Das Grunddesign entstand in zwei Co-Design-Workshops mit den Auftraggebern und wurde in sieben Iterationen zu einem final instruierten Prompt weiterentwickelt — mit klarer Rollenbeschreibung, Tonalität, Gesprächslogik und Fragenstruktur.

Eingesetzte Technologien

ElevenLabsAirtableGamman8nChatGPTGemini

Hintergrund

Kontext

Für den vorliegenden Report wurden die Ergebnisse einer KI-gestützten Befragung aufbereitet, die im Kontext des Lernforums Oberursel (Januar 2026) entstanden ist. Der Sonntag des Lernforums widmet sich dem Schwerpunkt „Facilitation und KI“ — einem Thema, das gleichermaßen Faszination wie Sorgen auslöst und bewusst als Erfahrungs- und Reflexionsraum gestaltet wird.

Um die Teilnehmenden bereits vor der Veranstaltung aktiv einzubinden, wurde ein datenschutzkonformes, intelligentes Interaktionssystem angeboten. Kernbaustein war eine interaktive Befragung per Voice Agent („Susanna“): eine zielgruppenspezifisch entwickelte Voice-Persona, zugänglich über einen Link.

Die Gespräche wurden automatisiert transkribiert und durch KI ausgewertet; daraus entstand ein kompakter Pre-Event-Report mit Trends, Originalzitaten und visuellen Auswertungen. Die Entwicklung und Umsetzung wurde von Mingle Collaboration (Bianca Rohrbach und Robin Sverd) unterstützt.

Abstrakte, rasterartige Datenvisualisierung im Berichtsstil

Was der Report liefert

Praktische Einblicke in Nutzungsmuster, Chancen und Grenzen von KI in der Arbeit mit Menschen und Gruppen. Der vollständige Bericht umfasst ca. 45 Seiten.

Hier geht’s zum vollständigen Report:

We respect your privacy. No spam, ever.

Ihre E-Mail-Adresse wird DSGVO-konform verarbeitet und sicher gespeichert. Sie erhalten den Report und gelegentlich Informationen zu Angeboten von Mingle Collaboration. Kein Spam – versprochen.

KI in Facilitation, Coaching und Führung — gemeinsam gestalten

Erfahren Sie, wie Mingle Collaboration KI in Facilitation, Beratung und Zusammenarbeit integriert — von Voice Agents bis zu maßgeschneiderten Workflows.